Diets for Riots: Diätendebatten in der Politik
Geld macht Blind? - Diäten von Politikern und Beamten im ständigen Diskurs
Deutschland ist ein neidisches Volk. Das war es schon immer. Die wenigen “Reichen” die hier noch investieren, sollen höher besteuert werden, den Mittelstand haben wir eh bald gänzlich ausgerottet, und Inhaber gut bezahlter Jobs, die sonst keiner machen will, sollen gefälligst ihr Gehalt unters Volk bringen …
In anderen Ländern wird man mit Freudentränen begrüßt und umarmt, wenn man es geschafft hat, aus dem Sumpf der eigenen Finanzkrise herauszukommen: “Einer von uns hat es geschafft! Seht doch, man kann es schaffen!” – Hierzulande muss man seine persönlichen Erfolge tunlichst verstecken, wenn man nicht den Neid und Hass der Anderen auf sich ziehen will. Die Presse weiß das und drückt ordentlich drauf um ihre Leser zu erfreuen. Vielleicht heißt der Ausspruch deswegen “Vor Neid erblassen” und vielleicht sind wir deswegen ein so “blasses” Völkchen. Nunja, ich gebe zu, dieser Artikel ist wieder einmal in der typischen Blog-Manier geraten, aber manche Themen lassen sich einfach nicht differenziert oder jounalistisch korrekt besprechen. Diätendebatten und sinnlose Gehälterschlachten bezüglich politischer Ämter sind in der Öffentlichkeit(wie z.B. hier: focus-online) wieder einmal und zum hundert tausendsten Male das große Thema.
Anstelle dessen, dass permanent von irgendwelchen Seiten – und von den Medien dann aufgegriffen und weiter posaunt – über die Politikergehälter und Abgeordneten-Diäten herum diskutiert würde (welche in Zeiten von Politikverdrossenheit und Wahlmüdigkeit eh zu gering ist, als dass irgend Jemand diesen Job des Prügelknaben überhaupt noch gerne macht), könnte man ja die Abgeordneten und Inhaber anderer politischer Ämter – auf welcher Ebene auch immer – beauftragen, z.B. eine offizielle Log-Datei zu führen, ein Protokollbuch über ihre Aktivitäten im Amt. Aber nein, das wäre ja zu einfach und würde den Neid ja nicht schüren, sondern zu einem konstruktiven Ziel führen.
Wie so oft, wird meiner Meinung nach hier das Pferd wieder einmal von hinten aufgezäumt, und die Presse macht fleißig mit. So unter dem Motto: Was schonmal thematisiert ist, verkauft sich. Wie bei dem Beispiel Steuern: anstelle Industrie anzulocken, wird sie vergrauelt. Anstelle von Staatsbedienstete zu motivieren, werden sie an Punkten beschossen, die a) dazu führen, dass noch mehr Plätze im Innenausschuss leer bleiben, wo sonst die Abgeordneten sitzen sollten um den Stadtentwicklungs-Statistiken zu lauschen sowie zu diskutieren, und b) das Misstrauen der Wähler in die Politik nur noch weiter bestärken. Ob das der richtige Weg ist, möchte ich bezweifeln.
Würde man, so wie ich anfangs vorschlug, mehr Transparenz in die Arbeit besagter Verantwortlicher in der Politik hinein bringen – die Log-Datei war mehr ein metaphorisches Beispiel – , währen a) Staatsbedienstete gezwungen ihr Amt gewissenhaft und ehrgeizig zu führen um wieder gewählt zu werden, und b) würde es den menschlichen Aspekt eines Politikers bei der Arbeit wie jeder andere bei seiner Arbeit auch hervorheben, das Vertrauen in die Politik zurück bringen. Wir begehen einen großen Fehler in den Medien sowie auch in der Politik: Wir halten unsere Bevölkerung für zu dumm um gewisse Dinge zu verstehen. Und anstelle dessen, sie ein wenig zu fordern und Einzelne vielleicht auch dadurch aufzufordern, sich ein wenig mehr abzuverlangen um etwas zu verstehen, bieten wir ihnen leichte Kost, unterfordern dadurch viele, und viel schlimmer noch, verlieren letztendlich den Draht zu allen.
Denn wenn Jemand etwas dazulernen kann, ist Derjenige eher bereit dabei zu bleiben, als wenn er das Gefühl hat, unterfordert zu sein. Die Folge ist, dass statistisch mehr Menschen abschalten als denn dabei zu bleiben.
In Anbetracht der Tatsache, dass die westliche Welt immer weniger eine Rolle spielen wird in der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung der global zusammenrückenden Welt, sollten wir uns gut überlegen, was für Generationen wir uns mit der Strategie der Niederschwelligkeit in Sachen Information, Kultur und Bildung heranzüchten. Denn so umstritten er sein mag, in einem hatte Marx unbestritten recht: Wissen ist Macht. Und wer sein Wissensvorsprung für sich behält ist bald alleine.
Also meine Frage ist: Aktivitäts-Transparenz statt Diäten-Debatten. Was denkt ihr?
Autor: Sebastian UgowskiArtikel mit verwandten Themen
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Tags (Schlagworte):
Abgeordnete > Diäten > Politikverdrossenheit > Wahlmüdigkeit > Wissen ist Macht
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Wir werden demnächst auch Politiker und Autoren zu dem Thema befragen und eine Zusammenstellung hier verlinken … Liebe Grüße
das foto finde ich klasse! aber der text auch. man merkt dass du/Sie? weit mehr dazu sagen könnten aber den artikel nicht sprengen wollten. danke! und gern auch mehr!
LG