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Na endlich! Internet Explorer unter massivem EU Druck

Die Hoffnung vieler Webbetreiber: EU Offensive gegen Browser-Gigant

17 Dez. 09 | Autor: Sebastian Ugowski

Ist der Internet Explorer bald Geschichte? Ginge es nach Webbetriebern, wäre er’s schon längst. Seid Jahrzehnten blockiert der Microsoft “Inhouse”-Browser neue Entwicklungen im WWW. Für den Internet Explorer brechen nun aber andere Zeiten an.

Bill Gates muss nachgeben, Internet Explorer unter öffentlichem Druck

Bill Gates muss nachgeben, Internet Explorer unter öffentlichem Druck

Microsoft hatte den hauseigenen Browser zum Darstellen von Internetseiten seid Anbeginn der Internet-Ära fest an sein dominantes PC Computer-Betriebssystem gekoppelt, so dass viele Nutzer an ihn “zwangs”-gewöhnt wurden. Das W3C, ein Konsortium für Webstandarts, sowie eine Vielzahl anderer meist weitaus innovativerer Webbrowser-Anbieter haben unlängst dafür gesorgt, dass sich im Netz zum Beispiel auch behinderten-gerechte Seiten sowie andere notwendige Standarts zur Verbesserung des Weberlebnisses durchsetzten. Das W3C spiegelt dabei geregelt Trends und Normen wider, an denen sich dann Browserhersteller und Webbetreiber richten können, damit man als Webnutzer nicht immer wieder mit Inkompabilität oder Darstellungsproblemen im Netz konfrontiert wird. Das alles oft weitesgehend ignoriert oder viel zu verspätet implementiert vom Internet Explorer.

Die EU-Kommission hat gut daran getan, sich mit dem Software-Riesen anzulegen. Viele Webbetrieber legten große Hoffnung da hinein. Und Microsoft hat sich nach langem Streit mit der Europäischen Kommission im Browserkrieg einigen können. In Europa hat Microsoft dem Druck der EU-Kommission nachgegeben. Der Hersteller wird ein Windows anbieten, bei dem die Nutzer Browser anderer Hersteller wählen dürfen. Sollte Microsoft dem von Brüssel erzwungenen Weg auch weltweit folgen, dürfte das die Glaubwürdigkeit des Konzerns vielleicht sogar wieder stärken.

Seid Jahrezehnten, muss man fast schon sagen, kämpfen Webbetreiber dafür, dass dieser fürchterliche Internet Explorer – kurz oft auch IE genannt – endlich aus dem Netz verschwindet, weil er von allen Browsern, die zur Zeit am Markt sind (und die Zahl wird leider nicht weniger, ein Hoch auf W3C) am meisten die verbesserten Innovationen blockiert. Wie er das macht? Ganz einfach: er ignoriert sie. Fehlende Schnittstellen, andere Codestrukturen, veraltete Parameter für Webdesigner. Von W3C beschlossene standartisierte Stilmöglichkeiten für Webseiten werden im IE nicht berücksichtigt oder einfach anders aufgebaut, und so weiter, und so weiter. Seine Popularität, und dass er mit jedem Windows-Betriebssystem für den PC mit ausgeliefert wurde,  hat ihn bis heute gewissermaßen geschützt. Und so lange Webbesucher ihn noch nutzten, musste der Webdesigner sich dann immer was Umständliches ausdenken, was in anderen Browsern überhaupt kein Problem darstellt.

Und dass der IE immernoch benutzt wird, ist  mit Sicherheit kein Zugeständnis an den Browser,  sondern vielmehr an die Gedult und Kooperation der “Webmacher”, die immer noch geduldig bereit sind, den IE in ihrer Programmierung zu berücksichtigen und zu unterstützen. Oft schon wurde in der Webbetreiber-Community darüber diskutiert, den Internet Explorer endgültig zu boykottieren, was zur Folge hätte, dass die Webseiten für jene Besucher mit Internet Explorer grauenhaft aussehen würden. Das liegt aber dann keineswegs am Webbetreiber: Es ist das wahre Gesicht des Internet Explorers, welches aber mit unnötiger Extraarbeit der Webdesigner und Betreiber vor den Augen der meisten Webnutzer verschlossen bleibt. Viele Betreiber boykottieren ihn bereits und weisen ihre Webbesucher explizit darauf hin, andere Browser zu nutzen, um die Webseite optimal darstellen zu können.

Da bedarf es schon EINIGER Extrahandgriffe damit die Seite in IE dann auch genau so vernünftig aussieht wie in anderen Browsern. Klar, der Appell hätte auch klüger formuliert sein können: z.B., Wir fordern alle Betriebssystem-Hersteller auf, sich auf Betriebssysteme und ihre Verbesserung zu konzentrieren, anstelle wieder und wieder halbfertige Inhouse-Browser für ihre Werbeplattformen mitzuschicken! Das hätte vielleicht auch andere Betriebssystemhersteller davon abgebracht, den hundertsten inkompatiblen Browser auf den Markt zu werfen. ;) Wer den Seitenhieb verstehen mag …

Aber man kann nicht alles haben. Somit haben wir zumindest schonmal einen Schritt in die richtige Richtung getan.

Im Netz gab es schon erste Gegenstimmen, die den Internet Explorer jetzt grundlos EU-Repressalien ausgesetzt sehen, aber den Internet Explorer hier als armes Opfer darzustellen, entspricht, nach vielen Jahrzehnten Dominanz und Ignoranz, nun wirklich nicht der Realität!

Meine persönliche Empfehlung, ein kleiner Geheimtipp: Opera;)

Good Night, and Good Luck …

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