15 Jul 2009 1:00 Uhr

Moderne Welt-Missionen und ihre Opfer

Wir leben in einer falschen Vorstellung von geopolitischen Zusammenhängen und Nachrichtenbildern

Schuld ist nur Mr. Bush? Oft zu einfach, machen es sich politisch “leicht” Interessierte, wie ich sie hier mal nennen möchte. Verlassen sich auf die traditionelle Dämonisierung einzelner “Bösewichter”, Personen und Gruppen. Dann kann man das Buch ja zuklappen und muss nicht weiter fragen. Wir fragen weiter:

Five Presidents 2009 - Bush, Obama, ClintonWeil ihr Interesse über die Hinnahme vereinzelter Theorien nicht hinaus geht? Einen Skeptiker oder politisch interessierten oder gesellschaftskritischen Menschen müsste das eigentlich viel zu einfach erscheinen und er müsste die Frage für sich aufwerfen, was mehr dahinter steckt, oder wer von den verschiedenen Versionen “der Wahrheit” profitiert.

Denn – bei allen Glückwünschen und Feiern über den Amtsantritt von Obama als Ablösung von einer Bush-Legislatur und als Symbol für neue kulturelle Offenheit gegenüber aller Rassen – das ist ja alles schön und gut. Aber Obama füllt auch nur eine Lücke, so wie Bush es vorher tat, erfüllt eine Funktion in einem globalen und innenpolitischen System, schwankend zwischen Demokratie, Wirtschaftsinteressen, internationaler Beziehungen, schwankend zwischen dem Missbrauch als auch den dazu gehörigen Ängsten aller Figuren dieses globalen Theaters. Alle Nationen und ihre Vertreter wechseln die Rollen des Opfers und des Täters schneller als man sich ein Urteil bilden kann. Damals war Bush z.B. auch ein Ventil für rechtsextremen Druck von Innen im Land der USA, heute ist es liberaler Druck von außen der nach der Bush Era ins Unermessliche gewachsen ist und Obama Wind von hinten gab. Die Erkenntnis, dass sich durch Obama nicht allzu viel ändern wird, ist einigen vielleicht neu, aber den meisten doch hoffentlich längst klar. Und diese Erkenntnis ist nicht der Verdienst von Verschwörungstheorien, sondern dem Umstand geschuldet, dass Politik nicht funktioniert wie das Umschalten des Fernsehprogramms. Viele Veränderungen in der Welt hängen halt mit weit mehr als solchen Momenten zusammen und hängen zeitlich auch oft weit darüber hinaus mit vielen anderen Verhältnismäßigkeiten zusammen.

Ein Gesetz was unter Kohl entworfen wurde, kann unter Umständen erst im Jahr 2012 in den Ämtern umgesetzt werden, somit ist die Aussage “unter Kohl war alles anders” absoluter Humbug. Eine Gemeinsamkeit zum Fernsehprogramm gibt es aber leider dann doch: Die Politik reagiert auf das Publikum wie der Fernsehsender auf die Einschaltquoten, schnell wird auf sinkende Quoten mit neuen Walhsprüchen reagiert. Was das über die Qualität der Wahlversprechen aussagt, kann sich dann gern jeder selbst denken. Fazit: Ändern tut sich so schnell nichts, die Namen werden einfach ausgetauscht. Eine Lücke in unserem Glauben an Etwas was nicht existiert? Ist unsere Ethik, unsere Philosophie der Erneuerung und des Fortschritts so anfällig? Warum bringen wir mit Soldaten vermeintliche Demokratie in neues Land und die Wahlbeteiligung im eigenen Land ist unter 50%?

Das gefährliche an der Situation ist, dass genau diese Fragen auch rechtsextreme Gruppierungen offen stellen und damit auf Wählerfang gehen.

Clevere Initiatoren haben die Gunst der Stunde längst erkannt und machen gefährliche Jagd auf “Neo-Politics”. Leute wie ich vielleicht, die skeptisch hinterfragen, und dann auf Verschwörungstheorie-Wellen im Internet die “geritten” werden sollen auf ein “Surf”-brett gesetzt werden, aber noch garnicht ahnen, dass es keine Lösungsansätze, kein Ufer gibt. Und die eigentlichen Drahtzieher nur dabei sind, dich zu rekrutieren für ihre eigenen fragwürdigen politischen Ziele, die sie Dir nicht gleich verraten. Ich kann mich noch garnicht entscheiden, was schlimmer ist: Ihre heimlichen Rekrutierungsversuche an der Mainstream Politik vorbei, oder dass sie Leute, die endlich mal aus einer politischen Frustration heraus aufwachen und endlich mal Interesse zeigen, noch viel tiefer gehend demotiviert werden, als sie es vorher vielleicht waren. Denn bei all den Motiven dieser Wellenreiter-Initiatoren bleiben die zum Teil ja berechtigten doch missbrauchten Fragen offen, nur dass diese eigentlich nicht von Ihnen kommen, und nur für ihre eigenen politischen menschenverachtenen Ziele als “Anleihe” herhalten müssen. Fragen die dennoch bleiben, wie:

Warum bombardieren wir unter dem Vorwand Frieden zu bringen, Städte in anderen Ländern, in denen Frauen und Kinder und auch unbewaffnete Männer noch ihren Alltag bestreiten sinnlos und unter Vorwänden die oft nachhaltig nicht bewiesen werden konnten? Warum musste ich bei der Live-Übertragung des Erstbombardements von Bagdad an die Live-Übertragung des Sylvester-Feuerwerks vom Brandenburger Tor denken und meinen Fernseher aus dem Fenster werfen? Ich hätte gern eine Statistik in der evaluiert wird in wie viel Haushalten zur Zeit dieser enorm hohen Einschaltquote Chips und Bier konsumiert wurde. Ist das nicht perfers? Warum leben wir in einer Informations-Überfluss-Gesellschaft und doch dringen wirklich dringende Nachrichten nicht zu uns durch?

Politische Wachsamkeit ist in unserer Zeit gefragt. Wer glaubt, Jemandem oder Etwas auf die Schliche gekommen zu sein: nicht zu voreilig. Lehnt euch nicht zurück. Hinterfragt jedes Zwischenergebnis, jede neue Erkenntnis, woher sie kommt, wer dahinter steckt und warum. Die “Rattenfänger” lauern überall und sind mindestens genauso große Feinde der Demokratie und Meinungsfreiheit wie jene die ihr glaubt zu entlarven. Und wenn ihr merkt, ihr seid einer falschen Finte auf den Leim gegangen, lasst euch bitte davon nicht entmutigen!! Wer Bettlern kein Geld mehr gibt mit der Begründung er habe ja mal von der Bettel-Mafia gehört, der muss lernen diese zu unterscheiden. Das ist keine Ausrede zur Resignation!

Die Freiheit ist listig, sie sagt uns nicht wo es lang geht. Und sie gibt uns die Möglichkeit vor unserer Verantwortung zu fliehen, denn niemand ist mehr verantwortlich für sein Handeln, denn sein Handeln war frei. Und wenn es dich negativ getroffen hat, kann das die Legitimation seines Handeln nicht in Frage stellen, denn dann wird es ja unfrei. Und für den Rest gibt es extern beauftragte Callcenters mit Frage-Antwort EDV Systemen wo du dann ein Bearbeitungs-Ticket” erhältst. Alles hängt zusammen, doch nichts will sich im Zusammenhang oder einer gemeinsamen Verantwortung sehen. Alles will frei sein, aber um das sein zu können, muss es sich genau auf das Netz stützen, aus dem es kommt und sich befreien will.

Ja – Zu Missionaren haben wir uns ernannt, wollen Geschenke in ferne Länder bringen, und wenn diese unsere Geschenke verschmähen, bombardieren wir sie solange, bis sie unsere “Geschenke” zitternd annehmen. Unsere Missionslust geht soweit, dass Hilfsorganisations-Tourismus weltweit die Hilfsorganisationen dazu zwingt, Sachkundige und ernstzunehmende Bewerber für Hilfsorganisationen und ihre Einsätze über strenge Bewerbungen und Auflagen heraus zu filtern, um angeheizte selbsternannte Missionare fern zu halten, die sich mit Häuptlingen als wären sie ausgestopft ablichten lassen und Turnschuhe nach Simbabwe als Hilfsgut importieren, um sagen zu können, sie hätten einem Stamm eines afrikanischen Urvolkes geholfen. Und während jene Kinder Turnschuhe tragen, verhungern sie oder sterben an von Europäern eingeschleusten Grippeviren. Und dass wirtschaftliche Interessen oft eine größere Rolle spielen, ist ja auch kein Geheimnis mehr. Wir müssen unsere Kultur hinterfragen, aber dürfen uns in unserer Irritation nicht missbrauchen lassen. Jeder kann da ganz bei sich anfangen. Denn dass wir heute auf Kosten der dritten Welt leben, ist keine Verschwörung von zwei reichen Adels-Familien aus der Kolonialzeit, sondern das Resultat fehlendes Bewusstseins über unser aller unklaren Verantwortung.

„Falls das amerikanische Volk die Kontrolle und die Herausgabe seiner Währung jemals Banken übertragen sollte, werden diese ( und die Firmen, die sich herum bilden werden ) dem Volk zuerst mittels Inflation und dann über Deflation solange dessen Eigentum wegnehmen, bis die Kinder auf dem Kontinent, den ihre Väter in Besitz genommen haben, obdachlos aufwachen. Die Berechtigung zur Herausgabe von Geld soll den Banken weggenommen und auf den Kongress und das Volk übertragen werden. Ich glaube ernsthaft, dass Banken mit dem Recht, Geld herauszugeben, gefährlicher für die Freiheit sind als stehende Armeen.“

(Thomas Jefferson, 1743-1826, der dritte Präsident der USA)

Das Zitat ist gut und schön, aber wer sind die Banken?? Richtig es sind Menschen …

Autor: Sebastian Ugowski

Artikel mit verwandten Themen

Ihr Kommentar/ Ihre Anmerkungen:

Switch to our mobile site