Respekt vor dem Tod von Michael Jackson oder Irgend Jemandem
Medienrummel hin oder her - Menschlichkeit sollte auch hier an 1. Stelle stehen
Es reicht für mich schon aus, Jemanden vom Namen her zu kennen, damit mich sein Schicksal erreicht. Ob Pro-Jackson – oder Anti-Jackson Hype. Menschlichkeit sollte auch hier an 1. Stelle stehen. Und darüber hinaus gibt es mehr mit dem Namen zu verbinden als sein Tod.
Historische Momente wie z.B. bei einem der letzten Konzerte der Funk-Legende “James Brown”, wo plötzlich an Stelle des Assistenten Michael Jackson heimlich von hinten auf die Bühne kam, um James Brown ohne sein vorheriges Wissen darüber seinen berühmten James Brown Konzert Umhang umzuwerfen (Mein Gesicht war ähnlich wie das von James Brown entglitten: zwei so benachbarte Legenden auf einer Bühne!), oder seine Weltrekorde was Hilfsorganisationen betraf und sein Einfluss auf die Enterntainment Industrie für Afroamerikaner, der hierzulande unterschätzt wird.
Ich verstehe jeden sehr gut, der den Hype nicht mitmachen will, und ich wäre der erste der normalerweise bei solch Medienhype abwinkt. Doch, hey! Letztendlich geht es hier um einen Menschen! Jemanden, den du vom Sehen und Hören her kennst und der zu früh gestorben ist. Ich kann mir selbst gegenüber das nicht leugnen. Jemand, der wie jeder andere da draußen verschiedene Seiten, verschiedene Schwächen und Stärken hatte. Sich dagegen zu wehren, ist schlimmer als es sich einfach einzugestehen.
Michael Jackson war ohne Zweifel ein historischer Ausnahmekünstler, den allem Mainstream und Medienrummel zum Trotz niemand aus der Musikgeschichte löschen kann. Ich sammle Musikraritäten und mag es, Musik zu entdecken, die noch nicht in den Medien breitgetreten wurde, aber es gibt einfach Künstler, denen man bei selbst noch so argwöhnischen Augenrunzeln und trotz allem “Pop”-Hype nicht absprechen kann, wie groß sie waren. Und ich rede dabei nicht von Musikgeschmack. Darum geht es nicht. Vergesst, was die Presse aus der Person gemacht hat, sie haben daran verdient. Vergesst, was ihr glaubt, was er aus sich gemacht hat, es war vielleicht ein persönlicher Kampf. Schaut lieber einmal John Cassavettes “Die erste Vorstellung”, dann bekommt ihr Einblick in ein Leben, wie das von Michael Jackson vielleicht war. Vergesst meinetwegen den ganzen Rummel um seine Beerdigung.
Aber wenn ich erfahre, dass jemand gestorben ist, den ich vom sehen oder hören her kenne, dann erfasst es mich. Ob berühmt, berüchtigt oder Kassierer bei Edeka. Ganz egal. Alles andere ist nur der Versuch vor dem Tod oder Gefühlen zu fliehen, die wie der Tod zum Leben gehören.
Eine persönliche Anekdote eines befreundeten Musikproduzenten meinerseits ist, wie jemand in seinem Ton-Studio anrief und fragte ob es möglich sei, dass Michael Jackson kurz vorbeikäme, um ein paar E-Bass Läufe einzuspielen, weil der Tourbassist ausgefallen sei, und umliegend dieses Studio der kürzeste Anfahrtsweg sei. Mein Freund und Kollege glaubte einem Scherz von Freunden unterlegen zu sein und lachte nur laut und sagte: “ja klar doch!” – Als dann ein Auto vorfuhr und Michael Jackson vor der Tür stand, fiel ihm die Kinnlade runter. Als er dann auch noch sah, wie der Künstler ohne groß zu überlegen die Studiogeräte bedienen konnte, und die E-Bass Läufe innerhalb kürzester Zeit sauber und prezise einspielte, als wäre das Instrument ihm in die Wiege gelegt worden, fiel ihm gänzlich alles aus dem Gesicht. Michael Jackson hinterließ alles wie er es vorgefunden hatte und bedankte sich höflich, respektvoll und warmherzig, und alles, was blieb, waren Tonspuren und ein anderer Mann in der Tür, der ihm einen Vertrag für die Handhabung der Spuren und die Frage, was dies denn kosten würde offenbarte. Dies ist schon ein paar Jährchen her, aber wahr. Ich werde diese Geschichte nie vergessen.
Alles was ich mir aufrichtig wünsche ist, dass es Momente im Leben dieses Musikers gegeben hat, wo er einmal wirklich tief durchatmen konnte, wirkliche Entspannung verspührt hat. Und wenn es nur die letzten 5 Sekunden waren. Das wünsche ich mir von ganzem Herzen. Ganz egal, wer er war.
Autor: Sebastian UgowskiArtikel mit verwandten Themen
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